Warum eigentlich „Socmel“?
Das bolognesischste Wort überhaupt: ein Ausruf für alles, von Staunen bis Bewunderung. Darum trägt diese Seite seinen Namen.

Wer auch nur einen Nachmittag in Bologna verbringt, hört es garantiert. An der Bartheke, vor einem Teller Tortellini, beim Blick auf das Parkticket. Socmel! (auch sòccmel geschrieben – die Schreibweise variiert so sehr wie die Betonung) ist der Bologneser Ausruf schlechthin.
Ehrlich gesagt: Die wörtliche Herkunft ist nicht ganz salonfähig. Doch wie bei vielen Wörtern, die seit Generationen benutzt werden, hat sich die ursprüngliche Bedeutung abgenutzt wie die Stufen eines mittelalterlichen Turms. Übrig bleibt ein Ausruf. Es kommt ganz auf den Ton an:
- Staunen: „Socmel, was für eine Schlange vor der Mortadella!“
- Bewunderung: „Socmel, ist der Nudelteig dünn!“
- Ärger: „Socmel… es regnet schon wieder.“
- Zuneigung: unter alten Freunden, die sich lange nicht gesehen haben, fast wie eine Umarmung.
Es gibt sogar eine Abkürzung für Kurznachrichten, „SCM“, und eine gedehnte Version für Momente echter Verblüffung: sooocmel.
Wir haben diesen Namen gewählt, weil er den Geist einfängt, den wir vermitteln möchten: eine gelehrte und genussfreudige Stadt, witzig und ein bisschen frech, die immer noch über sich selbst staunen kann. Wer aus Bologna kommt, weiß genau, was gemeint ist. Allen anderen: Willkommen! Nach ein paar Arkaden sagt ihr es auch.
Kennt ihr eine Redensart, eine Anekdote oder eine Aussprache, die hierher gehört? Schickt sie uns.
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