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Die zwei Türme: Asinelli und Garisenda

Das Wahrzeichen Bolognas: ein sehr hoher Turm und seine kleinere, schiefe Schwester, die sogar Dante erwähnt. Geschichte, Zahlen und was man heute vor einem Besuch wissen sollte.

30. Oktober 2026

Die zwei Türme von unten gesehen

An der Piazza di Porta Ravegnana, wo einst die Straßen aus Ravenna und der Romagna in die Stadt führten, stehen die beiden Türme, die jeder Bologneser mit geschlossenen Augen erkennen würde. Im Mittelalter war Bologna ein Wald aus Türmen – Dutzende und Aberdutzende, errichtet von mächtigen Familien zur Verteidigung und zur Selbstdarstellung. Rund zwanzig sind erhalten, diese beiden sind die berühmtesten.

Der Asinelli-Turm

Der Überlieferung nach zwischen 1109 und 1119 erbaut, ist er rund 97 Meter hoch. Bis ganz nach oben sind es 498 Holzstufen – ohne Aufzug. Auch er neigt sich leicht, wirkt neben seiner Schwester aber kerzengerade. Im Laufe der Jahrhunderte diente er als Wachturm, Gefängnis und sogar als wissenschaftliches Labor.

Die Garisenda

Niedriger, etwa 48 Meter, aber viel schiefer: fast 4 Grad, mehr als der Schiefe Turm von Pisa. Schon im 14. Jahrhundert wurde sie „gekürzt“, weil der Boden nachgegeben hatte und Einsturzgefahr bestand. Dante erwähnt sie im Inferno: Er vergleicht einen sich herabbeugenden Riesen mit der Garisenda, von unten gesehen, wenn eine Wolke über sie hinwegzieht und sie zu fallen scheint.

Wie es ihnen heute geht

Seit Oktober 2023 ist der Bereich um die Garisenda gesperrt: Sensoren hatten Bewegungen gemessen, und der Sockel erwies sich als beschädigt. Derzeit läuft eine langwierige Sicherung mit Stützgerüsten und Fundamentarbeiten, die etwa 2028 abgeschlossen sein soll. Vorerst ist auch der Aufstieg auf den Asinelli ausgesetzt.

Praktischer Tipp. Wer Bologna bis zur Wiedereröffnung von oben sehen möchte, steigt auf den Uhrturm des Palazzo d’Accursio an der Piazza Maggiore. Öffnungszeiten vor dem Besuch immer auf der offiziellen Website von Bologna Welcome prüfen.

Ein Studentenaberglaube

Es heißt, Studierende sollten den Asinelli nicht vor ihrem Abschluss besteigen – sonst schaffen sie ihn nie. Manche glauben noch daran und warten mit den 498 Stufen bis nach der Verteidigung ihrer Abschlussarbeit.

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